Das Meisterspiel-Wiedergabeklavier „MIGNON“

Jul. Heinr. Zimmermann, Riga and St Petersburg · Ad in "Rigasche Rundschau", "Rigasche Zeitung" and "Düna-Zeitung", September 23 to 29, 1908

The Welte-Mignon cabinet player (Vorsetzer) Das Meisterspiel-Wiedergabeklavier „MIGNON“ ist von einer speciell in der Konstruktion der elektro- pneumatischen Werke seit vielen Jahren berühmten Fabrik — M. WELTE & SÖHNE in Freiburg und und New-York, gebaut. Es ist ein wahres Wunder der Welt. Künstler von Weltruf, die MIGNON gehört und die auch selbst eine grosse Anzahl Piècen für den Apparat gespielt haben, spenden demselben ihr höchstes Lob und bezeichnen ihn als das Vollendetste, was bisher existiert. Aus MIGNON's Autographenmappe: Camille Saint-Saëns: Kennst du das Land? Connais-tu le pays ou fleurit la merveille? Das Wunder, das ist „Mignon“, ein bescheidener Name einer bewunderungswürdigen Sache. Man kann nur bedauern, dass diese Erfindung nicht schon früher gemacht wurde, denn dann könnten wir noch heute Beethoven, Mozart und Chopin selbst spielen hören. Theodor Leschetitzky: Ich muss diese Erfindung, die sich so ganz einfach „Mignon“ nennt, als ein wahres Wunder bezeichnen, und muss es nur bedauern, dass dieses Wunder nicht seit 100 Jahren geschehen ist. Wie viel hätte „alt und jung“ daraus lernen können. Wie gern möchte man jung sein und bleiben, um aus diesem Wunderbaren ohne Ende schöpfen zu können. Prof. Alfred Reisenauer: Dass das alt- griechische Sprichwort „Erkenne dich selbst“ im vollsten Umfange zu betätigen nun auch dem Pia- nisten möglich wurde, ist das Verdienst Ihrer wun- derbaren Erfindung: des Mignonapparates; aber es wird ihm durch diesen auch möglich, andere zu erkennen und gerecht zu beurteilen, ohne die, sei es sym- oder antipathisch beeinflussende Anwesen- heit der „Person“. Hier ist zugleich ein technisches und ein philosophisches Problem in vollendetster Form gelöst. Die falschen Noten, die man spielt, Will oft man nicht erkennen, Möcht' Publikum dann und Kritik, Die sie gehört, „verbrennen“! Doch, sind sie „festgenagelt“ nun;, So muss man zu- sie -geben, Drum sei der „Mignonapparat“ Ein Lehrer euch fürs Leben. Prof. L. Auer: Nach meiner Meinung sollten die Konservatorien, Musikschulen diesen Wunder- Apparat „Mignon“ genannt, zu pädagogischen Zwecken, für die lernende Jugend anwenden. Warum giebt es kein Violin-Mignon? Hans Schmidt: So braucht auf diesem Gebiete reproduktiver Kunst das Schöne nicht mehr zu sterben! Die flüchtigsten aller Kunstgenüsse sind zum Bleiben und damit wohl die schönsten aller Augenblicke zum Verweilen gebracht. Eine Stunde nie geahnter noch gehoffter, nun erreichter Unsterblichkeit. Prof. Karl Reinecke: Ich kann nicht umhin, meine aufrichtige Bewunderung auszusprechen über den hohen Grad von Treue und Genauigkeit, mit welchem der Apparat „Mignon“ das Spiel des Künstlers wiedergibt. Es ist ein gewaltiger Schritt getan von dem dereinstigen elektrischen Klavier bis zu diesem Apparat. Alfred Grünfeld: Es ist mir ein lebhaftes Bedürfnis, meiner uneingeschränkten Bewunderung für den mir heute vorgeführten neuen selbsttätigen Klavierspielapparat „Mignon“ Ausdruck zu geben. Ich gestehe gern, dass ich geradezu verblüfft war, als ich mit eigenen Ohren hörte, in welcher vorzüg- lichen und exakten Weise derselbe die von Künst- lerhand gespielten Musikstücke wiedergibt. Da die Wiedergabe nicht nur die Auffassung, sondern auch die kleinsten charakteristischen Eigenheiten des Spielers deutlich erkennen lässt, halte ich „Mignon“ ganz besonders dazu geeignet, vollendet künstlerische Musik in den weitesten Kreisen populär zu machen. Joseph Slivinski: Es ist bis jetzt der sehnlichste Wunsch eines jeden Pianisten gewesen, sich selbst hören zu können. Dank der genialen Erfindung des Reproduktionsklaviers „Mignon“ ist der Wunsch erfüllt worden, und zwar in einer so vollendeten Weise, die nur mit der Photographie zu vergleichen ist. Nichts wird verloren — jede kleinste Nüance wird aufs genaueste wiedergegeben. Man kann nicht umhin — jeder, der es hört, muss begeistert sein und ich bin glücklich, hiermit meine hohe Begeisterung ausdrücken zu können. Prof. Artur Nikisch: Ich habe mich gestern durch Vermittelung des Mignon-Apparates selbst Klavier spielen hören. Das war für mich eine Sensation eigener Art. Die Vollkommenheit, mit welcher „Mignon“ die künstlerische Eigenart des Spielenden mit allen Schwächen und Vorzügen wiedergiebt, ist ganz wunderbar, und ich wiederhole, was ich seinerzeit, als ich das Instrument zum erstenmale hörte sagte: „Es ist eine epochemachende Erfindung!“ Guido Samson v. Himmelstierna: Eine äusserst interesante Erfindung — schade dass es zu Lebzeiten unserer verstorbenen grossen Meister kein derartiges Instrument gegeben hat. Carl Waack: Ein fast lebendiger Mechanismus, wie ich ihn vordem nie gehört noch gesehen.... Heinrich Zöllner: „Mignon“, du Fabel-Zauberwesen! Nun sag mir eins! Man soll kein Wunder glauben! Du bannst die Seelen, bringst es fertig, Dem Raum, der Zeit die Macht zu rauben! Durch deine Kraft — so wunderbar wie tückisch — Gelingt's, die Besten der Kollegen zu zitieren. D'Albert, Saint-SaënsFriedheim, Weingartner, Nikisch, Sie mussten nolens volens alle mir klavieren! Begreiflich ist, dass jeder Meister Der Tonkunst hoch dich lobt und preist; Denn du zitierst nicht bloss die Geister, In dir lebt fort des Künstlers Geist! Bereitwilligste Vorführung beim Alleinvertreter Jul. Heinr. Zimmermann, Riga, Scheunenstr. 15, eigenes Haus.

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Niels Pfeffer (ed.): “Das Meisterspiel-Wiedergabeklavier „MIGNON“” (Jul. Heinr. Zimmermann, Riga and St Petersburg, September 23 to 29, 1908). In: Welte-Mignon Advertisements Collection, https://anz.welte225.org/ad100/.